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Wie funktioniert das Freifunk-Netzwerk?

Das Freifunk-Netzwerk ist ein eigenes Netzwerk, wie es wahrscheinlich auch bei Dir zu Hause als Heimnetzwerk an deinem eigenen Router aufgebaut ist. Vielleicht hast Du einen WLAN-fähigen Router, an dem ein Laptop, ein paar Smartphones und ein paar andere Geräte verbunden sind. Diese Geräte sind untereinander in deinem Heimnetzwerk vernetzt. Dein Router heißt Router, weil er die Pakete, die nicht für dieses Netzwerk (sondern für das Internet) bestimmt sind, in ein anderes Netzwerk weiterleitet. Nebenbei hat er noch weitere Funktionen, so stellt er auch einen Access-Point für WLAN zur Verfügung und hat möglicherweise noch einen integrierten Switch, um Geräte per Kabel anzuschließen. Das Freifunk-Netz ist genau so ein Netzwerk wie zwischen den Geräten bei dir zu Hause.

Die Freifunk-Knoten, die Du auch selbst betreiben kannst, bieten – ganz einfach ausgedrückt – einen verteilten Anschluss an dieses Netzwerk. Jeder Zugang an den Freifunk-Knoten, egal ob per WLAN oder Kabel, führt in das Freifunk-Netz.

Ein Freifunk-Knoten erledigt nun mehrere Dinge gleichzeitig: Er verbindet sich mit anderen Knoten und bietet über diese Verbindung einen verteilten Zugang zu diesem Netzwerk an, diese Verbindung der Knoten untereinander nennt man das „Mesh“. Gleichzeitig tritt jeder Freifunk-Knoten zusätzlich als eigenes Gerät mit eigener IPv6-Adresse im Freifunk-Netzwerk auf, um ihn für Diagnosezwecke ansprechen zu können. So kann man auf der Karte sehen, wie viele Nutzer gerade an einen Knoten verbunden sind. Ein Freifunk-Knoten wird zwar oft als Router bezeichnet, ist allerdings keiner. Die Bezeichnung kommt schlicht daher, dass die Geräte, die wir als Knoten nutzen, früher als Router genutzt wurden. Ein Router leitet Pakete von einem Netz in ein anderes (von deinem Heimnetzwerk ins Internet zum Beispiel), ein Freifunk-Knoten hingegen stellt vor Ort einen direkten Anschluss in das Netzwerk bereit.

Theoretisch könntest Du einen Netzwerk-Drucker auch an deinem Knoten im Freifunk-Netzwerk anschließen und alle Teilnehmer können diesen nutzen – genau wie in klassischen Heimnetzwerken (ob Du das wirklich willst, ist eine andere Frage). Wenn Du ein Gerät an einem Freifunk-Knoten anschließt, hat dieses Zugang zum Freifunk-Netzwerk und ist über seine IPv6-Adresse, sofern es eine besitzt aus dem Internet erreichbar.

Der Zugang zum Internet erfolgt über Server, die dem Router deines Internetproviders zu Hause entsprechen und ebenfalls am Freifunk-Netzwerk angeschlossen sind. Dies sind die eigentlichen „Router“.

Nun müssen sich die Knoten allerdings miteinander verbinden und genau hier wird es trickreich – denn sie sind über die ganze Stadt verstreut. Die Knoten können sich nun entweder über das Internet über einen VPN-Tunnel (Mesh VPN) mit einem sog. Supernode verbinden und sind darüber verbunden oder sie verbinden sich über die Funkverbindung mit anderen, benachbarten Freifunk-Knoten. Per Funk oder Kabel miteinander verbundene Freifunkknoten bezeichnet man auch als „lokale Wolke“. Damit diese Teil des ganzen Netzes sind, muss mindestens einer der Knoten auch eine Verbindung (in der Regel über das Internet über Mesh VPN) zu einer Supernode haben. Die vielen mit den Supernodes verbundenen Wolken bilden das Freifunk-Netz – welches am Anschluss des Knotens per LAN oder WLAN wie ein einziges Netzwerk erscheint.

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