Jetzt wird es ernst: Du kannst deinen Freifunk-Knoten bei passender Lage per Richtfunkverbindung mit anderen Freifunk-Knoten verbinden. Hier werden Antennen eingesetzt, die nur in eine bestimmte Richtung funken und in dieser auch eine wesentlich bessere Verbindung ermöglichen.

Freifunk nutzt auch Richtfunkverbindungen, um etwas abgelegene Standorte von außen mit einer Verbindung zum Rest des Netzes zu versorgen.

Ubiquiti Bullet mit Panel-Antenne und TP-Link CPE an einem Satellitenmasten montiert

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Richtfunkverbindungen realisiert werden können:

  • Über die Freifunk-gluon-Firmware auf kompatiblen Geräten. Dies hat den Vorteil, dass die Richtfunk-Geräte auch gleichzeitig als Access-Points verwendet werden können. Mit den TP-Link CPE ist dies bereits mit sehr geringen Kosten möglich.
  • Mit Hilfe spezieller Richtfunk-Hardware: Hier bilden zwei- oder mehr Geräte eine Brücke, als würde man die Knoten mit einem langen Kabel verbinden. Nachteil: Diese Geräte sind ein vielfaches teurer und müssen separat konfiguriert werden. Für sie gelten die gleichen physikalschen Grenzen sowie die selben gesetzlichen Regelungen, wie auch bei der sonst verwendeten Freifunk-Hardware.

Was ist machbar – und was nicht?

Generell gilt: Ohne Sichtverbindung auf der Funkstrecke sind Richtfunkverbindungen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Funk und Wasser sind zwei Dinge, die nicht zueinander passen. Daher kann es sein, dass die Verbindung, die im Winter gut durch den trockenen Baum funkt, im Sommer unbrauchbar ist. Bereits ein einziger Baum kann das Signal derart abdämpfen, dass die Verbindung praktisch nicht nutzbar wird. Auch das Wetter spielt hier eine entscheidende Rolle.

Das Durchdringen von Häusern ist praktisch unmöglich.

Während bei einer vorhandenen Sichtverbindung Strecken über mehrere Kilometer gut möglich sind, kann es sein, dass die Verbindung über 300 Meter durch zwei Bäume schon nicht mehr funktioniert.

Die Richtfunk-Hardware wird daher idealerweise an hohen Gebäuden oder Masten montiert. Das macht übrigens nicht nur Freifunk so: Schau dir mal die Dächer von hohen Gebäuden in deiner Umgebung an und Du wirst feststellen, dass auf überraschend vielen hohen Dächern solche Richtfunkanlagen montiert sind.